r Solomamma

Janicke Askevold, Norwegen, Finnland, Litauen, Lettland, 2025o

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Die Journalistin Edith zieht ihren Sohn Sigurd, der durch künstliche Befruchtung gezeugt wurde, allein auf. Als sie zufällig den Namen des Samenspenders erfährt, arrangiert sie unter beruflichem Vorwand ein Treffen, um den erfolgreichen Game-Entwickler und Vater ihres Sohnes kennenzulernen. Während sie die Lüge aufrecht erhält, wächst allmählich die Vertrautheit mit dem ahnungslosen Vaters ihres Sohnes.

Sentimental Value und The Worst Person in the World, die Oslo-Trilogie Sex, Love und Dreams oder demnächst The Love That Remains … Wie zu den besten Zeit von Ingmar Bergman sind skandinavische Regisseur:innen derzeit wieder Weltspitze, wenn es um die Zeichnung vertrackter amouröser und familiärer Beziehungen in unserer Zeit des entfesselten Individualismus geht. Gute zwanzig Minuten sieht es danach aus, als reihe sich auch die norwegische Schauspielerin Janicke Askevold mit ihrer zweiten abendfüllenden Regiearbeit Solomamma mühelos in diese nordische Corona filmender Gesellschafts-Seismograph:innen ein: So glaubwürdig wie packend führt sie in das Leben der alleinerziehenden Journalistin Edith ein, die ihren vierjährigen Sohn einem anonymen Samenspender verdankt und sich auf die ergänzende Betreuung des Kleinen durch ihre dement werdende Mutter immer weniger verlassen kann. Eigentlicher Auslöser der Handlung ist, dass Edith von einer Freundin die Identität des Spenders erfährt und unter dem Vorwand, eine Reportage über ihn als bekannten Game-Entwickler zu schreiben, bei ihm anklopft – ohne sich als die Mutter seines Sohnes zu erkennen zu geben. Damit handelt sich allerdings nicht nur Edith, sondern auch die Regisseurin Probleme ein: Je länger Ediths Beziehung mit dem ahnungslosen und längst anderweitig liierten Vater ihres Kindes andauert und je näher sich die beiden dabei kommen, desto seltsamer wird Ediths Verhalten und umso grösser unsere Entfremdung von der anfänglich so einnehmenden Heldin. Deren Darstellerin, Lisa Loven Kongsli, changiert zwar schauspielerisch stark durch das Wechselspiel von Verstellung und dem Bedürfnis nach Offenbarung, und ihr Gegenüber, Herbert Nordrum, meistert das spiegelbildliche Dilemma von wachsendem Vertrauen und Irrititation ähnlich überzeugend. Doch bis zum wirklich starken Finale überschattet die waghalsige, teils auch absehbare dramaturgische Konstruktion ein Stück weit die zentralen Fragen nach Verbindlichkeit und Fürsorge für Dritte zwischen zwei zusammenkommenden Ich-AGs. Sagen wir’s so: Noch kein grosser Film, doch definitiv eine Talentprobe.

Kerstin Blank

Dazu passen:o

Filmdateno

Genre
Drama
Länge
99 Min.
Originalsprachen
Englisch, Norwegisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung6.8/10
IMDB-User:
6.8 (253)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen

Cast & Crewo

Lisa Loven KongsliEdith
Herbert NordrumNiels
Rolf Kristian LarsenThorbjørn
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