Kirk Jones, GB, Irland, 2025o

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In den 1980er Jahren zeigen sich beim schottischen Arbeiterjungen John Anzeichen des Tourette-Syndroms: nervöse Ticks und obszöne Tiraden, die unkontrollierbar aus ihm herausbrechen. Weil niemand die Krankheit kennt, wird John zum tragischen Aussenseiter. Doch die Begegnung mit einer beherzten Ex-Pflegerin und die Anstellung in einem Gemeindezentrum zeigen dem jungen Mann, dass es auch für ihn einen Weg gibt, mag er noch so beschwerlich sein. – Nach wahren Begebenheiten.

Menschen, die am Tourette-Syndrom erkranken, entwickeln nicht nur nervöse Tics, sondern decken ihr Umfeld auch öfters mit unabsichtlichen Hieben, geschmacklosen Witzen oder Tiraden ein, ob deren Obszönität sie selber erröten. So ergeht es seit dem Teenageralter auch dem 1971 geborenen schottischen Arbeitersohn John Davidson, dessen Lebensgeschichte der fabelhafte Spielfilm I Swear nachzeichnet. Da in den 1980er Jahren niemand in Johns Umfeld die Krankheit kennt, geschweige denn versteht, eckt der begabte Fussballer überall an, fliegt als Flegel von der Schule, wird vom Vater verlassen, von der aufopferungsvollen Mutter nie wirklich verstanden, stürzt sich gar lebensmüde in einen Fluss. Erst die Begegnung mit einer beherzten ehemaligen Psychiatriepflegerin, deren Familie ihn aufnimmt, schliesslich die Anstellung als Hauswart in einem Gemeindezentrum mit ebenso couragiertem Leiter bringen die Wende. Das alles ist starker Tobak und hat, weil Davidson seinen Weg schliesslich findet, zugleich das Zeug zum formelhaften Feel-good-Movie. Doch der Regisseur und Szenarist Kirk Jones vermeidet zusammen mit einer umwerfenden Besetzung das Suhlen im Elend genauso wie zwangsoptimistische Schönfärberei – wobei sich die Balance aus Johns Krankheitsbild fast von selbst ergibt: So sehr Davidson an seinen ständigen «Ausrutschern» leidet, so zuverlässig wirken die damit verbundenen Tabubrüche als komische Ventile. Und so beharrlich er an seiner gesellschaftlichen Integration arbeitet, so unverkennbar bleibt er doch Aussenseiter. Vielleicht macht dies die eigentliche Faszination des Films aus: Er funktioniert auch als Toleranztest fürs Publikum. Selbst grösstmöglicher Goodwill hat Grenzen, wenn er fortlaufend strapaziert wird. Wie würden wir mit John umgehen, wenn er unser Nachbar, Freund oder Sohn wäre?

Andreas Furler

Galerieo

Filmdateno

Synchrontitel
Verflucht Normal DE
Plus fort que moi FR
Genre
Drama, Historisch, Komödie
Länge
121 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung8.4/10
IMDB-User:
8.4 (62955)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen q

Cast & Crewo

Robert AramayoJohn
Scott Ellis WatsonYoung John
Maxine PeakeDottie
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