À bras-le-corps

Marie-Elsa Sgualdo, Schweiz, Belgien, Frankreich, 2026o

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Die 15-jährige Emma, die nach einer Vergewaltigung schwanger ist, fordert ihre protestantische und repressive ländliche Gemeinschaft heraus, um sich einen Weg zur Selbstbestimmung zu bahnen. Indem sie das Trauma in einen Katalysator der Emanzipation verwandelt, stellt sie sich der moralischen Heuchelei des Dorfes und dem Gespenst des Zweiten Weltkriegs, das sie umgibt.

Die knapp vierzigjährige Westschweizer Regisseurin Marie-Elsa Sgualdo hat schon im Filmstudium und in den Jahren danach vier Kurzspielfilme realisiert, die einiges Aufsehen erregten. Ihr erster langer Kinofilm nun schaffte es gleich ans Filmfestival von Venedig und wurde bei der CH-Premiere in Solothurn zum Liebling von Kritik und Branche, die ihn mit sieben Nominierungen für den Schweizer Filmpreis zum Co-Favoriten kürte. Man kommt nicht umhin, zu relativieren: Mit der fiktiven Leidens- und Emanzipationsgeschichte einer anfänglich 16jährigen Jurassischen Schneiderstochter, die 1943 nach einer Vergewaltigung schwanger wird, eine Vernunftehe zur Ehrenrettung eingeht und sich als alleinerziehende Arbeiterin im Verbund mit ihrer als Ehebrecherin stigmatisierten Mutter wieder aus dem Heiratskorsett befreit, beackert Sgualdo dutzendfach vorgepflügtes Terrain. Kommt hinzu, dass sie dies mit mehrheitlich eindimensionalen Figuren und wiederkehrender Auslassung just der erzählerisch ergiebigsten Momente tut, was in einer relativ mühelosen feministischen Schnellbleiche ihrer Heldin resultiert. Handwerklich allerdings kompensiert der Film diese Schwächen mit exzellenter Ausstattung, Kamera-, Ton- und Regiearbeit, die ihm eine bemerkenswerte stilistische Geschlossenheit verleihen. Die eigentliche Entdeckung aber ist die 20jährige Hauptdarstellerin Lila Gueneau, die man in der Schweiz bislang höchstens vom Kinofilm Eat the Night kennt. Gerade wenn Guenaeu nichts sagt, weil die historischen Umstände ihre Figur zur Silent Rebellion nötigen, so der internationale Verleihtitel, sprechen ihre Mimik und ihr Körper Bände. Als Französin konnte die junge Überfliegerin für den Schweizer Filmpreis absurderweise nicht nominiert werden. Doch keine Sorge: Die Welt wird von ihr hören und reden.

Andreas Furler

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Filmdateno

Synchrontitel
Silent Rebellion EN
Genre
Drama, Historisch
Länge
96 Min.
Originalsprache
Französisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung6.9/10
IMDB-User:
6.9 (54)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen

Cast & Crewo

Lila GueneauEmma
Grégoire ColinRobert
Thomas DoretPaul
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